Initiative Zukunftswald Bayern

Datum: 2020-01-10 07:43:07

Neue Baumarten werden ausprobiert

Der Auftakt der Bayerischen Forstverwaltung für das Pilotprojekt „Neue Baumarten im Rahmen der Initiative Zukunftswald Bayern“ fand unter großer Beteiligung von Behörden, Politikern und Waldbauern in Heiligenstadt statt. Die Trockenheit der letzten Jahre haben die Waldbestände stark geschwächt. Fichte und Kiefer leiden unter den Witterungsextremen, aber auch Laubbaumarten zeigen erste Ausfallerscheinungen.

Bei der Auftaktveranstaltung im evangelischen Gemeindezentrum meinte der leitende Forstdirektor Hans-Rüdiger Schmittnägel, dass es vielen unserer heimischen Bäume durch den fortschreitenden Klimawandel nicht gut geht. Wassermangel, Hitzeschäden, Insektenbefall schwächen unsere Wälder. Auch Laubbäume, wie beispielsweise Buchen, die bisher als klimatolerant galten, konnten den Witterungsextremen nicht standhalten. Der Klimawandel stellt die Forstwirtschaft vor neue Herausforderungen. Das Pilotprojekt „neue Baumarten“ soll Abhilfe schaffen. Der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft, Olaf Schmidt, stellte das Projekt den Politikern und Waldbesitzern in Heiligenstadt vor. Als erster Schritt werden klimatolerante Baumarten, wie Elsbeere, Speierling, Feldahorn und Walnussbäume getestet. Im Landkreis Bamberg und Forchheim sollen auf unterschiedlichen Standorten kleine Versuchsflächen angelegt werden. Auf diesen Flächen sollen Baumarten, die ursprünglich in Südosteuropa und Nordamerika heimisch sind, angepflanzt werden. So sollen neue Bäume wie Baumhaseln, Silberlinden, Edelkastanien, Libanonzedern und andere Baumarten aus wärmeren Breiten gepflanzt werden. Präsident Schmidt meinte, der Wald ist nicht nur Opfer des Klimawandels, sondern auch Helfer bei dessen Bekämpfung, da jeder Baum Kohlendioxid speichert. „Den Wald zu erhalten, bedeutet für die Zukunft vorzusorgen,“ so Schmidt. Die Wälder sollten zukünftig aber nicht nur aus neuen Baumarten, sondern aus Mischwald bestehen, in dem sowohl heimische, als auch fremde Bäume gepflanzt werden. Heiligenstadt`s Bürgermeister und Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetages steht dem Pilotprojekt grundsätzlich positiv gegenüber. Die fehlenden Niederschläge und Hitze- und Trockenperioden stellen uns vor neue Herausforderungen. Krämer hob die Bedeutung des Waldes für den Trinkwasserschutz hervor und meinte, dass die Wälder auch eine Erholungsfunktion erfüllen. Der Markt Heiligenstadt i. OFr. kann im Bereich regenerative Energien und Co²-Belastung eine gute Bilanz vorweisen. Der Anteil regenerativer Energien beim Strom beträgt in Heiligenstadt i. Ofr. 218 % (Landkreis Bamberg 79 %). Die Co²-Belastung pro Einwohner beläuft sich in Heiligenstadt auf 0,8 to (Landkreis Bamberg 4,0 to, Stadt Bamberg 10,5 to/Einwohner). Trotzdem, so Krämer: „Es gibt viel zu tun, packen wir`s an“. Landtagsabgeordneter Holger Dremel, Pate dieser Aktion, legte dar, wie sich die Bayerische Staatsregierung für den Klimawandel rüstet. Landrat Johann Kalb, der den Beteiligten für das große Engagement dankte und die Unterstützung bei dem Projekt zusagte, pflanzte anschließend mit Landrat Dr. Hermann Ulm, Forstpräsident Schmidt und Bürgermeister Krämer als Start für dieses Projekt eine Libanonzeder auf der Freifläche im Gemeindezentrum. Eine weitere Libanonzeder wurde auf dem Entlastungsparkplatz nördlich von Heiligenstadt i. OFr. angebracht.

Forstwirte, Politik, Vertreter der Forstverwaltung und der Wirtschaft stehen hinter dem neuen Projekt

Landtagsabgeordneter Dremel (rechts) pflanzte mit Bürgermeister Krämer (Mitte) und Landrat Kalb (links mit Schaufel) den ersten Zedernbaum im Rahmen dieses Projektes.