Förster Sprechstunde

Ab 01. Oktober 2016 wird Forstoberinspektor Roman Diezel die Betreuung unseres Reviers übernehmen.

Herr Diezel wird weiterhin Sprechstunden im Rathaus Heiligenstadt abhalten.

Die nächste Sprechstunde findet am

  • Wichtige Information:
    In nächster Zeit finden in Heiligenstadt keine Förstersprechstunden statt!
    Sobald neue Termine bekannt sind, werden sie hier wieder sofort veröffentlicht.

Außerhalb dieser Zeit ist Herr Diezel wie folgt erreichbar:
Telefon: 09542/7733-135
Mobil: 0160/90759378
E-mail: roman.diezel@aelf-ba.bayern.de


Eschentriebsterben

Falsches weißes Stengelbecherchen
Diesen recht niedlichen Namen trägt ein Pilz, der zurzeit die gesamte Forstwelt beunruhigt. Es handelt sich um den Erreger des Eschentriebsterbes. Die Auswirkungen dieser Baumerkrankung werden zurzeit im Ellernbachtal zwischen Tiefenellern und Herzogenreuth sichtbar. Trotz der Regelungen nach der FFH-Richtlinie und des Vertragsnaturschutzprogramms müssen dort viele Eschen gefällt werden. Die absterbenden Kronenteile stellen eine große Gefahr für Wanderer dar. Das gefällte Holz bleibt als Totholz liegen.

Seit wann gibt es diese Krankheit?
Bereits in der 1990er Jahren wurden Schäden an Eschentrieben in Polen und im Baltikum festgestellt. Seit dem hat sich der Pilz von nord-ost Europa bis nach Deutschland und sogar Frankreich verbreitet. In Bayern wurde der Erreger erstmals im Jahr 2008 nachgewiesen

Wie konnte die Krankheit entstehen?
Das echte weiße Stengelbecherchen ist ein Pilz, der eigentlich bei der Zersetzung von Eschenblättern mithilft, also ein Nützling. Durch eine genetische Veränderung wurde nun aus dem Nützling ein Schädlich, der Eschen zum Absterben bringt.

Wie kommt es zum Absterben der Triebe?
Die Blätter der Esche werden von Sporen infiziert. Anschließend breitet sich das Myzel („Pilzwurzel“) in den Trieben aus und führt zum Absterben der Zellen. Befallene Eschen werden früher oder später sterben. Wichtig: vereinzelte Eschen werden nicht von dem Pilz befallen. Sie besitzen möglicherweise sogenannt Resistenzen. Hier liegt auch die große Hoffnung, dass diese Eschen überleben und ein Fortbestand dieser Baumart bei uns sichert.

Was kann man tun?
Am besten macht man nichts, auch wenn genau das besonders schwer fällt. Der Pilz lässt sich nicht durch sog. Sanitärhiebe ausrotten. Besondere Verantwortung tragen alle Waldbesitzer bei der Verkehrssicherung. Eschen mit absterbenden Ästen und Kronenteilen stellen eine große Gefahr an Wegen und Straßen dar, weil diese Teile auch ohne starken Wind plötzlich abbrechen können.

Im Einzelnen :
Kulturen: befallene Eschen nicht entnehmen. Sie treiben oft noch einige Zeit von unten nach und helfen so, den Bestand zu schließen. Vollständig abgestorbene Eschen sollten mit anderen geeigneten Baumarten ersetzt werden. Bei geförderten Flächen informieren Sie sich bitten bei Ihrem zuständigen Revierleiter.

Jungbestände: hier gilt das Gleiche wie in Kulturen. Nur vollständig abgestorbene Eschen sollten entnommen werden. Bei der Pflege kann man gesunde Eschen maßvoll Fördern, unbedingt aber Mischbaumarten bevorzugen.

Weniger ist mehr! Warten sie die sogenannte Selbstdifferenzierung ab. Mit dem Wissen, dass Eschen sowieso absterben werden, sollte man nicht auch noch andere Bäume zur Pflege entnehmen und den Bestand unnötig ausdünnen.

Altbestände: befallene Eschen können entnommen werden, um einer Entwertung des Holzes vorzukommen.

Das Naturverjüngungspotential sollte weiter genutzt werden. Nur so ist eine Anpassung der Eschen an die neue Bedrohung möglich.

Beginnende Verlichtung in einem Eschen- Jungbestand (Foto: Bug)

Ausblick
Der Wald wird auch diesen Schädling überleben. In Zukunft werden wir uns immer öfter mit neuen Schäden an verschiedenen Baumarten auseinandersetzten müssen. Die Erfahrung zeigt einmal mehr, dass die Mischung einen Wald stabil hält.

Michael Bug, Forstrevier Steinfeld


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