Schloss Greifenstein

Schloss Greifenstein

Die Schenk von Stauffenberg sind ein altes schwäbisches Geschlecht, dessen 1. Beurkundung aus dem Jahre 1262 vorliegt und deren namengebende Burg Stauffenberg bei Hechingen in Württemberg liegt. Sie besaßen das ehrenvolle Schenkenamt bei den Grafen von Zollern in Schwaben, was noch heute ein Bestandteil des Namens ist.

Große Männer sind aus diesem Geschlecht in die Geschichte eingegangen, zuletzt der Hitlerattentäter des 20. Juli 1944 Oberst Claus Graf von Stauffenberg, ein Onkel des jetzigen Besitzers. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Burg im Bauernkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut. Nach dem Erlöschen der Streitberger war die Burg in trostlos baufälligem Zustand. Der Fürstbischof Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg ließ das Schloß Greifenstein in den Jahren 1691 - 93 von Grund auf restaurieren und unter der Leitung von Leonhard Dientzenhofer in ein Barockschloß verwandeln.

Öffnungszeiten

1. März bis Ostern und 1. November bis 15. Januar: Mittwoch –Sonntag

1. Mai bis 31. Oktober: täglich

16. Januar bis Ende Februar: geschlossen

Führungen

vormittags von 9.00 – 11.15 Uhr, nachmittags von 13.30 – 16.45 Uhr oder nach Vereinbarung, Tel. 09198/423

Eintrittspreise

Erwachsene 5,00 €
Kinder 5 – 14 Jahre 2,80 €
Schulklassen, je Kind 2,40 €
Gruppen ab 20 Personen 4,50€

Schlossführer: Herr Reiner Benker

Anmeldung: 09198-423

Es entstanden reiche, hochbarocke Stuckdecken und ein prachtvoll eingelegter Fußboden mit dem fürstbischöflichen Wappen im Ahnensaal. Kunstvoll geschnitzte Barock-Türrahmungen und antikes Mobilar prägen den Stil des Schlosses und vermitteln einen tiefen Eindruck aus den damaligen Epochen. Die weitläufigen Gänge führen entlang dem Innenhof, in dem ein Springbrunnen steht, der aus einem Dolomitenfels gehauen wurde. Der Blick aus den hohen Räumen bietet ein überwältigendes Panorama weit hinaus über die Höhenzüge des Frankenlandes, bei gutem Wetter bis ins Fichtelgebirge. In den stilvoll eingerichteten Räumen sind muscale Renaissanceschränke und Truhen zu sehen. Antike Möbel stehen unter alten Ahnenbildern und die reichhaltige Sammlung von Wappenschildern der in der Familie einheirateten Frauen geht zurück bis ins 11. Jahrhundert.

Faszinierend ist die Führung durch den langen Korridor mit der einmaligen Galerie geschnitzter Hirschköpfe. Die aufgesetzten Geweihe stammen aus dem 17. - 19. Jahrhundert und wurden hier in den fränkischen Waldungen geschossen.

Reichhaltige Sammlungen sprengen den Rahmen sonst üblicher Schloßführungen. Hier aufgeführt seien die federbemalten Fayencen der Manufaktur der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, der Schwester Friedrichs des Großen, die große Sammlung alter Riedinger Stiche mit Jagdszenen, die Zierlanze aus der Zeit Friedrichs des Großen und eine Pfeifenkopfsammlung. Prähistorische Versteinerungen aus den geologischen Schichten des Fränkischen Jura geben interessante Kunde von der damaligen Fauna und Flora. die 14 Kreuzwegstationen aus dem 17. Jahrhundert, die vom fränkischen Meister Goldwitzer aus Buchsbaumscheiben geschnitzt sind, sind ein großartiges Zeugnis barocker Schnitzkunst. Starke und abnorme Rehtrophäen auf geschnitzten Köpfen, sowie kapitale Hirschgeweihe bis zum 24 Ender begeistert nicht nur den Jäger allein.

Zuletzt ergibt ein Teil der gewonnenen Pokale und Ehrenpreise der Hundezucht ein buntes Bild, denn viele Bundes-, Europa- und Weltsiege wurden von den Irish Terriern diese Hauses gewonnen.

Der größten Eindruck aber hinterläßt im allgemeinen die imponierende Vielzahl der Waffensammlung. Drei gewölbte Kammern bergen ein Museum voll kriegerischen Handwerkszeug aller Art, vom Mittelalter bis zur Neuzeit.

Dem aktiven Einsatz des derzeitigen Besitzers Otto Philipp Schenk Graf von Stauffenberg, ist es zu verdanken, daß mit großzügiger staatlicher Hilfe in den Jahren 1975 - 77 eine umfassende Renovierung ermöglicht wurde, die den Fortbestand des historischen Bauwerks garantieren soll. Wie dessen Erhaltung für vergangene Generationen eine oft opfervolle Selbstverständlichkeit war, so ist zu hoffen, daß auch den kommenden Generationen die Erhaltung, des Greifenstein Anliegen ist. Denn Greifenstein stellt im Fränkischen Jura ein Kulturdenkmal aus vergangener Jahrhunderten dar, das unvergleichlich in dieser Landschaft ist.


Vorherige Seite: St. Veit-Michaelskirche
Nächste Seite: Judenfriedhof